TL;DR: Die britische Regulierungsbehörde plant, die Nutzung von Publisher-Inhalten durch Google in der KI-Suche einzuschränken. Diese Veränderungen könnten sich auf Sichtbarkeit, Zuordnung und Traffic auswirken – daher ist es für Marken unerlässlich, sich an traditionelle und KI-gestützte Entdeckungen anzupassen.
In den vergangenen Monaten hat die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (CMA) ihre Bemühungen beschleunigt, die Funktionsweise von Google Search (dt. Google Suche) – insbesondere seiner KI-Komponenten – im Vereinigten Königreich neu zu gestalten.
Wenn Sie eine Marketingfachkraft sind, die die Entwicklung von Suche und KI verfolgt, sollten Sie Folgendes wissen.
Was ist neu bei der CMA
Anfang 2026 stellte die CMA ein Paket von Maßnahmenvorschlägen vor, die darauf abzielen, Publishern und Unternehmen mehr Kontrolle und Wahlfreiheit darüber zu geben, wie Google Inhalte in seinen generativen KI-Funktionen – wie AI Overviews – nutzt und wie die Kernsuchergebnisse eingestuft werden.
Zu den wichtigsten Bestandteilen des CMA-Vorschlags gehören:
Wahlmöglichkeit für Publisher: Content-Ersteller könnten bald die Möglichkeit haben, sich dagegen zu entscheiden, dass ihr Material für die KI-Zusammenfassungen und generativen Funktionen von Google verwendet wird.
Transparenz und Attribution: Die CMA möchte, dass Google klarer darlegt, wie es Inhalte von Publishern in KI-Ergebnissen verwendet, und diese Inhalte korrekt zuschreibt.
Faire organische Platzierung: Regulierungsbehörden drängen auf Regeln, die verhindern sollen, dass Google Websites bevorzugt, die bei Google werben oder andere kommerzielle Verbindungen haben.
Stärkere Beschwerdeverfahren: Wenn Seiten der Meinung sind, dass sie unfair eingestuft wurden, möchte die CMA, dass Google robustere Möglichkeiten bietet, diese Bedenken vorzubringen.
Diese Konsultation wird dazu beitragen, die endgültigen Regeln zu gestalten, die voraussichtlich noch in diesem Jahr in Kraft treten werden.
Warum dies auch außerhalb Großbritanniens von Bedeutung ist
Als Antwort auf die Vorschläge der CMA hat Google öffentlich angekündigt, Websites die Möglichkeit zu geben, sich von den KI-Funktionen der Suche abzumelden – eine große Veränderung gegenüber seiner bisherigen Haltung. Google warnte aber davor, dass zu strenge Regeln „die Suche zerstören" oder die Qualität und Kohärenz der Nutzererlebnisse beeinträchtigen könnten.
In der Zwischenzeit argumentieren Stimmen wie der CEO von Cloudflare, dass die Schritte der CMA ein Anfang sind, aber dass mehr strukturelle Korrekturen erforderlich sind – wie die Trennung der Arbeitsweise von KI-Crawlern und „traditionellen" Such-Crawlern – um ein wirklich wettbewerbsfähiges und offenes Web zu unterstützen.
Zusammengenommen spiegeln diese Positionen eine tiefere Frage wider: Wie sollten Suche und KI koexistieren, und wer darf die Daten und Erfahrungen kontrollieren, die Online-Entdeckungen prägen?
Ähnliche Diskussionen werden sich offenbar in ganz Europa fortsetzen: Google ist gerade erst von einer neuen EU-Kartelluntersuchung wegen der Preisgestaltung von Suchanzeigen betroffen.
Warum sich Marketingfachkräfte dafür interessieren sollten
Diese Entwicklungen signalisieren Verschiebungen, die Sichtbarkeit, Attribution und Traffic über digitale Kanäle beeinflussen könnten:
Die Wahl des Publishers könnte den Traffic-Fluss verändern. Wenn sich mehr Publisher von KI-Zusammenfassungen abmelden oder Einschränkungen auferlegen, könnten weniger Zero-Click-Interaktionen stattfinden – und Marken könnten Änderungen darin sehen, wie und wo Kunden Inhalte und Listings online entdecken.
Transparenzregeln können neue Ranking-Signale offenbaren. Eine größere Klarheit darüber, wie Ergebnisse angeordnet werden, könnte Marken dabei helfen, SEO-Strategien sowohl für traditionelle Suchanfragen als auch für KI-generierte Ergebnisse zu verfeinern.
Wettbewerbsdynamiken könnten sich entwickeln. Sollte Google zu einer offeneren Indexierung oder neuen Auswahlbildschirmen für Suchmaschinen gedrängt werden, müssen Marketingfachkräfte ihren Fokus möglicherweise weiterhin über eine einzige dominante Plattform hinaus erweitern.
Das Geschäftsmodell des Webs befindet sich im Wandel. Gespräche über KI, Zero-Click-Ergebnisse und die „Opt-out"-Zukunft haben reale Auswirkungen. Sie beeinflussen den Empfehlungs-Traffic, die Engagement-Metriken und die Art und Weise, wie Marken in Momenten mit hoher Kaufabsicht entdeckt werden.
Letztendlich ist das, was in Großbritannien passiert, ein Indikator dafür, wie die Regulierungsbehörden – in Europa und darüber hinaus – die Suche in einer KI-gesteuerten Welt überdenken. Die beste Antwort für Marken ist, nicht auf die Regeln zu warten, sondern eine Präsenz aufzubauen, die sichtbar, vertrauenswürdig und anpassungsfähig ist, sowohl bei traditioneller Suche als auch bei KI-gestützter Entdeckung.

