Eine Suchmaschine ist ein Computerprogramm (oder eine Plattform), mit dem Kund*innen Antworten auf ihre Fragen finden können. Es gibt drei Arten von Suchmaschinen: die traditionelle Suche (oder konventionelle Suche), die moderne Suche (oder KI-Suche) und spezialisierte Suchmaschinen. Die Suche von Google dezentralisiert sich, während gleichzeitig die Nutzung von Suchmaschinen von Generation zu Generation variiert. Vor diesem Hintergrund müssen Marken ihren Kund*inne überall dort abholen, wo sie suchen:
Fast alle Kund*innen der Generation X werden stark von traditionellen Suchmaschinenergebnissen beeinflusst.
Aber mehr als die Hälfte der Generation Z nutzt überhaupt keine traditionellen Suchmaschinen mehr.
In der Zwischenzeit können spezialisierte Suchplattformen wie Pinterest die Markenentdeckung vorantreiben, selbst bei markenneutralen Suchanfragen.
Traditionelle Suchmaschinen
Traditionelle Suchmaschinen (wie Google, Microsoft Bing und Yahoo) durchkämmen das Internet. Sie scannen Weblinks nach Stichwörtern und erstellen eine digitale „Bibliothek", die nach indizierten Seiten geordnet ist. Wenn Kund*innen in einer herkömmlichen Suchmaschine Fragen stellen, durchsucht diese ihre Bibliothek. Anschließend wird eine Liste der indizierten Webseitenlinks auf den Suchergebnisseiten angezeigt. Diese Seiten enthalten Links mit Inhaltsausschnitten, die den in die Suchmaschine eingegebenen Stichwörtern entsprechen. Die Links werden auf der Suchergebnisseite nach algorithmischen Faktoren wie der früheren Popularität des Links, der wahrgenommenen Relevanz und der Glaubwürdigkeit der Quelle eingestuft.
Traditionelle Suchmaschinen eignen sich gut für Personen, die direkte Antworten auf einfache Fragen wie „Um wie viel Uhr schließt die Bäckerei Wegmann?" wünschen.
Allerdings kann es vorkommen, dass traditionelle Suchmaschinen wenig hilfreiche oder ungenaue Informationen anzeigen. Und das selbst dann, wenn Marken bewährte Methoden des Suchmaschinenmarketings (SEM) und der Suchmaschinenoptimierung (SEO) anwenden. Bei der Stichwortsuche prüfen die Suchergebnisseiten, ob sie Wort für Wort übereinstimmen. Deshalb können herkömmliche Suchmaschinen keine Antworten auf dialogorientierte, differenzierte Fragen geben, so zum Beispiel:
„Sollten meine Eltern eine Umkehrhypothek aufnehmen, wenn ihr Haus im Wert von 400.000 EUR abbezahlt ist?"
„Wie kann ich mit meinem 14-jährigen Sohn sprechen und ihm ohne Schamgefühl helfen, gute Hygienegewohnheiten zu entwickeln?"
„Welche Kreditkarten sind die besten für Leute, die gerne reisen? Dazu gehören Vorteile wie Reiseversicherung und Zugang zu exklusiven Flughafenlounges. Es sollten alle mit den Karten verbundenen Gebühren genannt werden."
Spezialisierte Suchmaschinen
Spezialisierte Suchmaschinen geben Kund*innen die Möglichkeit, ihre Suche auf einer gezielten Nischenplattform einzugrenzen. Sie richten sich an Personen mit einer klaren, hohen Kaufabsicht (auch wenn sie noch nicht sicher sind, bei welcher Marke sie kaufen wollen). Das liegt zum Teil daran, dass sich spezialisierte Suchmaschinen auf ein bestimmtes Thema oder eine bestimmte Kategorie konzentrieren. Außerdem werden spezialisierte Suchmaschinen im Gegensatz zu traditionellen und modernen Suchmaschinen in allen Phasen der Customer Journey genutzt.
Zum Beispiel finden Kund*innen auf Pinterest Marken, die „Moto Boho-Taschen" anbieten. Anschließend klicken sie vielleicht auf eine Werbeanzeige oder einen organischen Beitrag und kaufen eine solche Tasche. Sie lesen die Bewertungen für das „beste Frühstücksbistro in Hamburg" auf Yelp und senden den Link dann an ihre Bekannten, um ihre Pläne zu finalisieren. Sie buchen auf Kayak einen Flug und einen Geländewagen für eine Reise nach Kreta, auch wenn sie zu Beginn ihrer Suche noch nicht genau wussten, wohin sie reisen wollten.
KI-gestützte Suchmaschinen
Moderne, KI-gestützte Suchmaschinen (wie ChatGPT, Apple Intelligence und Perplexity) verfolgen einen anderen Ansatz. Mit KI führen Suchmaschinen keinen Abgleich von Stichwörtern durch oder zählen Backlinks. Auch müssen die Kund*innen keine genaue Anfrage formulieren oder sich durch mögliche Links klicken, um detailliertere Informationen zu erhalten.
Stattdessen sind KI-gestützte Suchmaschinen auf kontextbezogene Kommunikation ausgelegt. Sie nutzen künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, um Daten über digitale Touchpoints hinweg zu lesen und zu verstehen. Zudem rufen sie kontinuierlich Informationen aus allen möglichen Datenquellen ab. Sie greifen auf lokalen Verzeichnissen mit Biografien von Gesundheitsdienstleistern und FAQs zu Verfahren zurück. Sie analysieren Fotos, Speisekarten, Bewertungen von Erst- und Drittanbietern sowie NAT-Daten in Branchenverzeichnissen. Sie greifen auf Bildunterschriften in sozialen Medien und sogar auf TikTok-Videos zurück. Anschließend generieren sie daraus neue Inhalte in Echtzeit als nuancierte, dialogorientierte Antworten auf Kundenfragen.
Wie ist das möglich? Neben anderen Innovationen verwenden moderne Suchmaschinen die natürliche Sprachverarbeitung (Natural Language Processing, NLP). Mithilfe von NLP-Modellen kann die KI komplexe Kundenfragen verstehen. Außerdem passen sich moderne Suchmaschinen an das Kundenverhalten und die Interaktionen mit ihrer Plattform an. Je mehr Kund*innen eine moderne Suchmaschine nutzt, desto mehr lernt das Tool deren Vorlieben kennen. Auf diese Weise kann es die Antworten in den Suchanfragen besser personalisieren.
KI-gestützte Suchmaschinen sind auf dem Vormarsch. 49 % der Kund*innen vertrauen KI-generierten Antworten, sodass diese Plattformen schnell zu einem unverzichtbaren Werkzeug bei der Markensuche werden. In der Zwischenzeit ist die Nutzung traditioneller Suchmaschinen rückläufig (bis 2026 um bis zu 25 %).
Vorteile KI-gestützter Suchmaschinen
Moderne Suchmaschinen haben vier entscheidende Vorteile gegenüber traditionellen Suchmaschinen:
Leistungsfähigkeit: Die heutigen Suchmaschinen können komplexe Suchanfragen bearbeiten. Mit ihnen können Kund*innen ihre Suche auch mit früheren Fragen und Antworten verfeinern. So erhalten sie vielschichtige Antworten oder können sich auf bestimmte Details konzentrieren.
Personalisierung: Moderne Suchmaschinen merken sich das Kundenverhalten, die Vorlieben und den Gesprächsverlauf. Sie merken sich die Klicks der Kund*innen, die Zeit, die sie mit Inhalten verbringen, und andere digitale Interaktionen. Anschließend priorisieren sie ähnliche Ergebnisse bei zukünftigen Suchen. Wenn sich Suchthemen ändern, passen sich moderne Suchmaschinen an und aktualisieren die Ergebnisse für den neuen Kontext.
Dialogfähigkeit: Kund*innen schätzen die Einfachheit der Kommunikation mit modernen Suchmaschinen. Sie müssen nicht mehr die „richtigen Suchbegriffe" erraten oder sich durch Hyperlinks klicken. Stattdessen können sie eine Sprachsuche, eine textbasierte Suche oder sogar eine visuelle Suche in der Suchmaschine durchführen. Dann erhalten sie eine vollständige Antwort, die ihren eigene Sprach- bzw. Kommunikationsstil widerspiegelt.
Effizienz: KI-Suchmaschinen verstehen die Suchabsicht besser als traditionelle Suchmaschinen. Moderne Suchmaschinen zeigen auf Anhieb vollständigere, genauere und relevantere Informationen an. Dadurch sparen die Kund*innen Zeit. Sie müssen nicht erst verschiedene Seiten nach Antworten durchforsten oder endlos suchen, bis sie die richtigen Stichwörter erraten haben.
SEO-Strategien zur Stärkung der Präsenz in KI-Suchergebnissen
Mit der Ablösung traditioneller Suchmaschinen durch moderne Suchmaschinen wird die Suche dezentralisiert. Sie fragmentiert sich in eine vielfältige Suchlandschaft und damit weg von Google. Die Kund*innen experimentieren mit modernen Suchmaschinen. Marken fügen ihre eigenen Suchplattformen hinzu und erweitern sie. Und bereits jetzt suchen sich die Nutzer*innen ihre Favoriten aus.
Marken können sich also von der Konkurrenz absetzen, indem sie ihre SEO-Strategien an diese modernen Suchmaschinen anpassen. Der Schlüssel liegt in der Investition in Strategien, die Ihre Marke über Google hinaus auffindbar machen. Denn bei modernen Suchmaschinen suchen alle Kund*innen mit ihrer eigenen Stimme an unterschiedlichen Orten. Außerdem verwenden sie in verschiedenen Phasen ihrer Customer Journey unterschiedliche Suchmaschinen.
Einige dieser Strategien sind intuitiv und gehören bereits zum Standardrepertoire des digitalen Marketings. So sollten Marken zum Beispiel bestehende Inhalte aktualisieren und weiterhin Inhalte erstellen, die das Kommunikationsverhalten ihrer Kundschaft widerspiegeln:
Verringern Sie das Leseniveau und vereinfachen Sie die Syntax, damit die Sätze kürzer und umgangssprachlicher sind.
Setzen Sie natürliche Querverweise, damit KI-gestützte Suchmaschinen und Kund*innen darauf vertrauen können, dass der Inhalt relevant und korrekt ist.
Arbeiten Sie mit den Teams für Vertriebs- und Kundenerfahrung zusammen. Gemeinsam können Sie die genauen Wörter und Ausdrücke finden, die Kund*innen verwenden, wenn sie Fragen stellen und Ihre Produkte, Dienstleistungen, Mitarbeiter und Marke beschreiben.
Einige sind eher datenorientiert und gehen über traditionelle digitale Marketingstrategien hinaus. So können Marken mit einem Wissensgraphen zur Zentralisierung ihrer Daten beispielsweise Inhalte erstellen, die für moderne Suchmaschinen leicht auffindbar sind. Und da Kund*innen überall nach Antworten suchen, müssen Marken sicherstellen, dass ihr Datenmanagement entsprechend skalierbar ist. Ihre Daten müssen genau, aktuell und einheitlich sein, und zwar in den unterschiedlichsten Publisher-Netzwerken.
Möchten Sie eine Roadmap, um auf dem traditionellen SEO-Erfolg aufzubauen und sich an die neue Ära moderner KI-Suchmaschinen anzupassen? Erfahren Sie mehr in unserem Artikel „3 Schlüssel zum SEO-Erfolg bei der KI-Suche".